Hype um Plazenta-Verzehr: Bei Kim Kardashian gibt es Mutterkuchen

Kaum ist die Debatte um den Namen ihres zweiten Kindes abgeebbt, erregt Kim Kardashian mit einer neuen Idee Aufmerksamkeit: Plazenta zum Verzehr.

Mutterkuchen. Allein an dem Wort scheiden sich die Geister. Die einen wollen sich lieber nicht so genau vor Augen führen, was das ist und bezeichnen das Gewebe in der Gebärmutter mit dem medizinischen Fachbegriff „Plazenta“. Die anderen sehen in dem Gebilde, das in seiner Konsistenz der Leber ähnelt, ein Sinnbild für Leben, Nahrung, spirituelle Energie.

Und dann gibt es noch Kim Kardashian. Ihre Plazenta hat eine ganz andere Bedeutung. Für die mittlerweile zweifache Mutter ist sie ein weiteres willkommenes Mittel zur Selbstdarstellung. Kardashian ist in der Hinsicht nicht wählerisch. Mal hält sie einzelne Körperteile in die Kamera, mal ein Baby. Oder sie gibt ihren Kindern drollige, sinnentleerte oder anmaßende Namen und ergötzt sich an der Debatte. Nun, diesmal hatte Kardashian die Idee, ihre Plazenta zu verspeisen. Beziehungsweise: diese Idee öffentlichkeitswirksam zu teilen – sonst wäre die Idee ja sinnlos.
Plazenta-Rezepte

Nun ist es heutzutage nicht mehr ungewöhnlich, wenn Eltern den Mutterkuchen nach der Geburt mit nach Hause nehmen. Die meisten pflanzen einen sogenannten „Lebensbaum“ darauf. Einige Frauen gehen jedoch weiter und essen ihre Plazenta. In welcher Form, ist unterschiedlich: Manche lassen sich Globuli daraus anfertigen oder sie zu Trockenfleisch verarbeiten. Andere bereiten sich daraus ein Gericht, es gibt sogar spezielle Rezepte im Internet.

In den USA hat sich daraus ein regelrechter Trend entwickelt, den Stars wie „Mad Men“-Darstellerin January Jones oder Playboy-Bunny Holly Madison befeuerten. Viele Mütter glauben an die stärkende und schützende Wirkung des Gewebes, das den Embryo monatelang mit Nährstoffen versorgt und vor Krankheitserregern bewahrt hat.

Auch Kardashian glaubt an ihre Plazenta. Also hat sie sie zu Pillen verarbeiten und in ein dekoratives Glas füllen lassen. Ob sie die Dragees zu sich nimmt, ist schnurzpiepegal. Die Dinger entfalten ihre Wirkung auch so, seit sie das gläserne Fläschchen auf Facebook gepostet hat. Auf dem Etikett prangt in Schnörkelschrift: „Kim – deine großartige Plazenta“.

Wie schön, dass sich die 35-Jährige weder durch Bescheidenheit noch durch Selbstkritik verunsichern lässt. Damit steht man sich bekanntlich nur im Weg.
Die perfekte Marketing-Maßnahme

So hätte Gwyneth Paltrow, die inzwischen mehr Kochbücher schreibt als Filme macht, längst ein Werk veröffentlichen können mit dem Titel: „Die besten Plazenta-Rezepte aus Hollywood“. Mutterkuchen scharf angebraten, mit Kartoffelpüree und Zwiebelringen etwa. Oder als Ragout mit selbst gemachten Tagliatelle. Doch sie befürchtete wohl, ihre vegetarischen Anhänger zu verschrecken.

Auch Tom Cruise, der verkündet hatte, er würde nach der Geburt seiner Tochter die Plazenta mitsamt Nabelschnur verspeisen, nahm wieder Abstand von der Idee, als es so weit war. Am Ende packte ihn die Angst vor der eigenen Courage.

In der Tat genießt die sogenannte „Plazentophagie“ einen zweifelhaften Ruf: Kritiker geißeln das Verspeisen der Plazenta als Kannibalismus. Die meisten Mediziner sind zumindest skeptisch, was den Nutzen betrifft. Eine US-Studie geht davon aus, dass die Plazenta aufgrund ihrer Filterfunktion Bakterien, Blei und Quecksilber enthält und der Verzehr somit sogar schädlich sein könnte.

Das ist natürlich ein Missverständnis: Die positive Wirkung steht außer Frage. Spätestens seit Kardashians Plazenta-Post können wir sicher sein: Mutterkuchen ist gesund – für die Karriere von It-Moms. Guten Appetit.

http://www.sueddeutsche.de/leben/hype-um-plazenta-verzehr-bei-kim-kardashian-gibt-es-mutterkuchen-1.2783422

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